Arco - Klettern vom Gardasee bis zur Brenta, Band 1
Autoren
Michael Meisl, Martin Lochner
Verlag
Lochner Verlag, Ebenhausen 2005
Sprache
Deutsch; Italienisch im Herbst, Englisch 2006
Seiten
538
Bezugsquellen
z.B. Vertical Sport in Arco, Bergsportgeschäfte in D, A, I
Ist nicht schon lange alles
gesagt über das Klettern in Arco? Warum schon wieder einen neuen Führer auf den Markt bringen, wo es doch seit 1999
(und das ist ja erst sechs Jahre her) die "Standard-Ringbuch-Bibel" von Diego Depretto gibt?
Dass das sehr wohl Sinn macht und auch notwendig wurde, sieht man schon beim ersten Durchblättern des neuen Werkes von Michael Meisl
und Martin Lochner. Auf 538 Seiten werden 55 Gebiete vorgestellt, über 2400 Seillängen, wie man staunend lesen kann. Vieles davon ist
Neuland, besonders nördlich und westlich des Sarcatales, im Valle dei Laghi und in den Valli Giudicarie haben die Erschließer ganze
Arbeit geleistet.
Da wird es auch verständlich, warum es so lange gedauert hat, bis der neue Arcoführer endlich in Druck gehen konnte! Und es leuchtet auch
ein, dass Band 1 nur Einseillängen-Routen beschreibt - das Material für die Mehrseillängen-Routen würde definitiv den jetzt schon
beachtlichen Umfang sprengen. Laut Auskunft der Autoren füllt es locker einen zweiten Band, der im Sommer 2006 erscheinen soll.
Zum Führer selbst:
Eine liebevoll und innovativ gestaltete Aufmachung sowie hervorragende Fotos sind der würdige Rahmen für präzise Gebietsbeschreibungen
einerseits und Reminizenz an Arcos über 20jährige Klettergeschichte andererseits.
In gewohnt professioneller Weise liefern die Autoren zu jedem Gebiet Angaben zur Geschichte, zu Felsqualität,
bester Jahreszeit, Absicherung, Erschließern, Zufahrt etc.. Ein eigener Absatz widmet sich zudem der Familientauglichkeit. Für jedes Gebiet gibt es eine sehr realistische, aus Fotos entwickelte Wandskizze. Die
eingezeichneten Routen sind farblich in verschiedene Schwierigkeitsbereiche gegliedert und besonders positiv fällt auf, dass fast jede einzelne Route kommentiert und mit Sternen
bewertet wird. In einem allgemeinen Infoteil erfährt man unter anderem auch, welches Gebiet sich für welche Witterung eignet.
Als einziges Manko werden manche Leser die aus anderen Führern gewohnten Piktogramme vermissen und auch die Gebietsnummer aus der Übersichtstafel
im Umschlagdeckel hätte man noch in der jeweiligen Überschriftszeile erwähnen können. Hat man sich aber erst mal daran gewohnt, die Gebiete nach den
angegebenen Seitenzahlen zu suchen, wird einem das Zurechtfinden im Führer schnell leicht fallen.
Fazit: Das vorliegende Werk bietet für 31,80 Euro nicht nur in qualitativ hochwertiger Weise viel Neues zum Thema Klettern in und um Arco, es lädt durch seine
zahlreichen Textbeiträge auch zum Schmökern ein (manchem ersetzt es vielleicht sogar das Mitnehmen einer zusätzlichen Lektüre) - und es macht den
Leser gespannt auf den angekündigten Band 2. Für die italienischen Kletterer bleibt zu hoffen, dass der Führer bald in ihrer Sprache verfügbar sein wird.
(PN)